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Mittwoch, 24. Oktober 2012

Leipziger Köpfe: Fotograf Martin Neuhof


vida*nullvier entstand ja ursprünglich aus unserer Liebe zu Leipzig und daran hat sich im Laufe der Zeit auch nichts geändert. Ganz im Gegenteil, wir haben die Stadt endlich besser kennengelernt und mit ihr auch einige spannende Leute. Wir wollen euch hin und wieder ein paar Menschen vorstellen, die Leipzig zu dem machen, was es für uns ist: lebendig, weitestgehend Hipster-frei und kreativ. Fotograf Martin macht den Anfang. Ihn haben wir im Rahmen seinen Projektes 101 Helden kennengelernt. 





Hallo Martin, stell dich doch einfach mal in ein paar Worten vor.
Hey ihr Modeblogger, ich bin Martin, 27 Jahre alt und komme aus dem Norden von Leipzig (Gohlis). Gelernt habe ich den Beruf Mediengestalter. Mittlerweile habe ich auch mein größtes Hobby zum Beruf gemacht und zwar die Fotografie. 
Es ist unverkennbar, deine Leidenschaft ist die Fotografie. Wie würdest du deinen fotografischen Stil beschreiben?
Verträumt, natürlich, verliebt in die Natur und in die Menschen. So trifft es sich ganz gut. Gerade auch die Kombinationen Mensch-Natur und verlassene Gebäude hat mich im Jahr 2012 sehr fasziniert. Deswegen gab es auch relativ viele Fototermine im Wald. 




Hinter jedem Bild steckt ja eine Geschichte über das Zustandekommen, seine Bedeutung oder ähnliches. Was steckt hinter deinem Lieblingsbild?
Ich tue mich bei dieser Frage äußerst schwer, da ich einige Bilder von mir nicht schlecht finde und ich mir da kaum eins aussuchen kann, um es hervorzustellen. Ansonsten kann ich euch ein paar Bilder zeigen die mir selbst gefallen. 




Lifestyle- als auch Modeblogger gehen ja mit dem Thema Fotografie etwas stümperhaft um. Wir sehen uns da auch ganz weit vorn in der Amateurliga. Gibt es etwas Grundsätzliches, dass du Hobbyfotografen empfehlen würdest?
Was mir immer in der Seele blutet, sind die ganzen Instagrammer die unterwegs ihren Starbucksbecher posten und sich dann über ihren fotografischen Erguss freuen. Was mir damals am Anfang sehr geholfen hat, war eine Festbrennweite. Ich hatte eine Spiegelreflexkamera und nur dieses eine Objektiv (50mm 1,4 Canon), mit dem man nicht zoomen kann. Ich musste mich also bewegen für mein Motiv. Während der Bewegung denkt man enorm viel über das nach, was man da gerade macht und eigentlich auch abbilden will.

Was uns verbindet ist natürlich unsere Wahlheimat Leipzig. Was schätzt du denn an Leipzig besonders?



Hier bin ich geboren, hier lebe ich, hier gehe ich auch nicht mehr weg. Im Jahr 2008, während einer Australienreise, war eigentlich der Knackpunkt zu diesem 1. Satz. Ich hab dort die tollsten Orte gesehen und doch meine Heimat immer vermisst. Ich arbeite gerne in anderen Städten oder Ländern, aber meine Basis wird immer Leipzig bleiben. Leipzig ist nicht zu groß und auch nicht zu klein. Es hat für mich einfach die perfekte Größe.

Was ist dein Lieblingsort und warum?



Orte? Das wechselt oft, aber dieses Gefühl, einen neuen Ort für mich und meine Fotos entdeckt zu haben, ist für mich persönlich immer ganz magisch. Ich erkunde jeden Winkel, überlege mir Motive, frage mich welche Person zu diesem Ort perfekt passen würde. Meistens mache ich auch gleich ein paar Bilder, um mich an Details zu erinnern. Es macht Spaß in der eigenen Stadt Plätze zu finden, die von vielen nicht wahrgenommen werden. 




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Wenn du Wochenendbesuch bekommst, was schaut ihr euch dann an oder was empfiehlst du Freunden, sich anzusehen bzw. zu unternehmen?
Natürlich die wunderschöne Innenstadt, ein Gang auf den Uniriesen ist Pflicht. Dann eher untypische Restaurants, wie das Hindukusch in Gohlis oder die etwas ruhigeren Ecken aus Leipzig Nord.

Wärest du Bürgermeister, was würdest ändern oder verbessern?
Ich würde mehr Wände für Graffiti freigeben und eine größere Wall of Fame in Leipzig befürworten. Ein freies WLAN für die Innenstadt verordnen und mehr Grünflächen in der Stadt fordern.


Wie würdest du die Leipziger Kreativszene einschätzen?
Die Leipziger Kreativszene ist für mich ein grober Begriff. Ich selbst gehöre einer kleinen Gruppe an (JAE-Leipzig), in der ein paar Fotografen gemeinsame Sache machen, also Touren planen und gemeinsam Shootings durchführen. Solche Aktionen beflügeln ungemein und es hilft sich weiterzuentwickeln. Leipzig ist definitiv eine kreative Stadt, aber mit Berlin oder Hamburg kann es Leipzig noch lange nicht aufnehmen.  

Fotografie und Mode liegen ja aufgrund ihres kreativen Ursprungs gar nicht so weit auseinander. Welche Rolle spielt Mode für dich?
Eine sehr untergeordnete, klar ich mag es T-Shirts mit tollen Motiven zu tragen, aber den Spruch “Kleider machen Leute” empfinde ich als traurig. Manche Menschen können sich eben kein teures Designerkleid leisten. Ich habe enormen Respekt vor Leuten, die es schaffen auch mit einem kleinen Budget was aus sich machen zu können.  

Welche Rolle spielt die Kleidung oder vielleicht die Verkleidung bei deinen Fotos?
Vor jedem Shooting lasse ich mir von meinen Modellen Outfitfotos schicken, damit ich eine ungefähre Vorstellung davon bekomme, wie sich die Dame kleidet. Danach suche ich dann die Fotolocation aus und mache mir schon mal so meine Gedanken über Kontraste und Farbwirkung. Eigentlich sind es genau 2 Dinge die zusammen passen müssen: Die Kleidung muss zu der Person passen und dann die Person zu dem ausgewählten Ort. Dann kann man als Fotograf nicht mehr ganz so viel falsch machen. 

Würdest du uns eine Modesünde aus deiner Jugend gestehen?
Weite Hosen, Schweißbänder usw. Dieses Bild sagt so einiges aus. Es dürfte mittlerweile auch so 8 Jahre alt sein.




Nun darf man dich ja einen erfolgreichen Blogger nennen. Die BILD hat dich sogar mal zu Leipzigs erfolgreichsten Blogger gekürt. Welche Blogs liest du denn noch und was inspiriert dich?
Ich lese immer weniger Blogs. Meistens verfolge ich meinen Fotostream bei 500px oder aber Twitter / Facebook. Ansonsten lese ich noch Ben Hammer, den Heldenstadt-Blog und André Herrmann.
Inspiration beziehe ich meistens aus meinem Alltag, Gedankengängen und Musik.

Danke für das Interview - und wo finden wir dich noch im Netz?
Meine Arbeiten als Leipziger Fotograf findet man auf meinem Portfolio.
Ansonsten schreibe ich in einer
Farbwolke meinen Blog. 
Natürlich könnt ihr auch Fan bei Facebook werden.

Nachtrag: Das Naheliegendste haben wir doch echt vergessen zu fragen: Warum fotografiert Martin ausschließlich Frauen? Die Antwort bleibt er uns schuldig...


Kommentare:

  1. echt toll die bilder :) schade das ich nicht mehr in leipzig wohne... fehlt mir ein bisschen :/

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  2. so wenig reaktion auf diesen post? sehr schade... ich finde die "geheimen" orte ganz wunderbar, haben so etwas magisches und mysteriöses. schön, wenn leute auch für so etwas noch einen blick haben, so wie martin. :) schönes wochenende euch!

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  3. Toll toll toll!
    Menschen von vor Ort kennenzulernen ist immer eine wunderbare Sache.
    Ich liebe meine Hamburger Menschen Serie auch so sehr! :)

    Sonnige Grüße von der Elbe

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