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Sonntag, 13. Oktober 2013

5 Tage Detox I Wochenend-Geplauder

Vielleicht kurz vorab ein paar Worte dazu, was Detox ist. Beim Detox geht es darum, den Körper zu entgiften und damit von abhängig machenden Sustanzen zu entfremden. Als solche Sustanzen gelten beim Detox nicht nur naheliegende Dinge wie Kaffee und Zigaretten sondern auch alltägliche Begleiter wie Zucker und Salz. Im Grunde ernährt man sich 5 Tage fast ausschließlich von Obst, Gemüse  und Samen. Was mir vorher nicht ganz bewusst war, ist dass auch sämtliche Geschmacksgeber wie Honig, Agarvendicksaft, vor allem aber das geliebte Salz entfallen. Und das beschreibt die Detox Hölle eigentlich schon ziemlich gut: Im Grunde sieht alles halb so schlimm aus, schmeckt aber konsequent nach nichts. Das hat mich in den 5 Tagen wirklich am meisten deprimiert. 

Ich habe die Detox Diät mit dem Plan der beiden Blogger Mädels von ourcleanjourney.com gemacht. Die beiden üben sich seit einer geraumen Zeit an einem "cleanen" Lebensstil und haben ihre Erfahrungen in einem 5 Tage Detox Plan, der mehr oder minder eine Ansammlung an Rezepten ist, zusammengetragen. Der Plan kostet 5 Euro und ist ganz nett gestaltet. Die Rezepte klingen auf den ersten Blick alle ganz nett und so sehen sie auch aus: Tomatensuppe, Kürbissuppe, Zuccini-Karotten-Buletten, Spinat mit Cashewmus gepaart mit ein paar für mich exotischen Dingen wie Chiasamen, Quinoa und Amarant. 


Der erste Aha-Effekt kommt, wenn man bemerkt, dass all diese Dinge einfach nach nichts schmecken. Dass die geliebete Kürbissuppe plötzlich nach Watte schmeckt, Tomatensuppe mit verbundene Augen als Wasser identifiziert worden wäre, selbst die Erdbeermilch mit der ungezuckerten Mandelmilch (bestehend aus eingeweichten, zerhechselten und mit Wasser aufgegossenen Mandeln) nach Luft mit Bläschen schmeckt. Kurzum: Obwohl man für eine Diät untypisch so viel essen kann, wie man will, möchte man eben das plötzlich nicht gar nicht mehr. (Tipp: Spart euch die Arbeit mit dem Gekoche und esst das Gemüse einfach roh. Klingt komisch, ist geschmacklich aber wirklich der größere Hit). Bitte bedenkt, dass das meine Ansicht ist. Vielleicht sind eure Geschmacksnerven einfach deutlich ausgeprägter, aber auch dafür soll Detox eigentlich helfen. 

Der Start in den Tag: Spinat-Hafer Smoothie, heiße Zitrone, grüner Tee

Genug Gejaule, kommen wir zum Fazit. Die Leiden beginnen mit dem Einkauf. Circa 100 Euro habe ich in den tagen für meine Einkäufe hingelegt (für 2 Personen, denn mein Freund war mit im Start). Kein Wunder, denn allein das Mandelmus macht sich mit einem stolzen Preis von 8 Euro schon deutlich im Budget bemerkbar. Kokosöl (4 Euro) und ein Hamstervorrat Cashews tun ihr übriges. Hinzu kommt der Zeitaufwand, der durch das Ganze Vorgekoche und Rumgemixe entsteht.

ABER wir haben uns schon nach zwei Tagen deutlich fitter gefühlt und das trotz Verzicht auf Kaffee oder Schwarztee. Außerdem lernt man die ein oder anderen Gaumenfreunde mal wieder schätzen (zum Beispiel schlichtweg Bananen, Weintrauben und Avocados, die auch der No Go Liste standen). Nachdem wir so lange in einer Fernbeziehung gelebt haben, hat der Zusammenzug auch zu einem übertriebenen Belohnungssystem geführt. Irgendwann war der Nachtisch Pflicht. Auch wenn wir dabei gar nicht zugenommen haben, hat mich diese Maßlosigkeit zunehmend geärgert. Das Detoxen hat für uns sozusagen einen Nullpunkt geschaffen und war gleichzeitig ein wahnsinnig interessanter Einblick in einen veganen Lebenstil. Nicht mehr, nicht weniger. Wir haben nicht nennenswert an Gewicht verloren, waren beim Sport nicht fitter und haben leider auch keinen Gefallen an der cleanen Kost gefunden. 

Nichtsdestotrotz wird der ein oder andere Snack auch in Zukunft durch einen Apfel oder ein paar Himbeeren ersetzt. Hackfleisch können wir getrost durch Sojageschnetzeltes ersetzen und auch die frische heiße Zitronen am Morgen soll vorab den ersten Kaffeekonsum ersetzen. Jedem, der seine Selbstdisziplin einmal austesten und einen Eindruck davon gewinnen möchte, wie es sich anfühlt in den Bio-Abteilungen um die letzte Packung Quinoa zu kämpfen, dem kann ich diese kleine cleane Reise ans Herz legen. Die  macht aber eigentlich nur Sinn, wenn man auch mittelfristig das Ziel verfolgt, sich bewusster zu ernähren. Habt ihr denn Erfahrungen mit Entgiftungen dieser Art?


Kommentare:

  1. Das wär ja nix für mich :D ich würde nach einem Tag in tiefe Depressionen fallen. Was gibt es schöneres als Salz und Kaffee und und. Oooh. Irgendwie kam ich einfach noch nie darauf, so etwas mal auszuprobieren - weil wenn ich scheitere, fühl ich mich ja gleich doppelt doof :(

    Sieht aber echt gut aus, und ab und zu etwas gesundes statt Chips und Schokolade schadet sicherlich ganz und gar nicht :)

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  2. An kochen und essen ohne Salz kann man sich gewöhnen, dauert auch gar nicht lange. Und insgesamt bekommt da wirklich genug von. Ich habe vor anderthalb Jahren mal eine Ernährungsumstellung gemacht und dazu gehörte auch der Verzicht auf Salz. Da ich inzwischen aber nicht mehr alleine wohne (esse und koche), hat sich das irgendwann wieder eingestellt. Im Frühjahr habe ich versucht eine Woche vegan zu leben. Aber das hat nicht so ganz geklappt. Mir schmeckten die Körner etc. nicht wirklich und dann habe ich nach 3 Tagen aufgegeben. Ich denke aber, die Hauptsache ist auch, sich mal mit seinem Essen zu beschäftigen.
    LG, Stephi

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  3. ja, wer kennt das nicht, man will sich gesünder ernähren, entgiften oder tierfrei leben und kommt auf die idee, ich probiere jetzt mal *beliebige sache einsetzen* aus. Ich hab da auch schon einiges hingelegt, nicht immer ganz freiwillig (mal empfindlich auf kuhmilchprodukte reagiert, mal auf geschmacksverstärker, mal auf irgendein anderes nahrungsmittel + normale allergien). Das einizge, was seit knapp 14 jahren geblieben ist, ist der vegetarismus. vegan hab ich auch durch, aber es gibt einfach dinge, die ich toll finde. frische milch und käse. und (nichtvegane)-vollmilchschoki. die raw-sachen haben mich nur teilweise überzeugt, was auch an dem teilweise sehr stolzen preis liegt (der bei ausgewogener vegan-ernährung, vor allem wenn man soja hasst, ganz schön in die höhe schnellt). aber manches ist lecker, vieles von dem ganzen rumprobieren hat es in den alltag geschafft. allerdings ist kaffee einfach lecker für mich und salz finde ich auch toll. und manchmal fehlt mir auch einfach die zeit, smoothies zu mixen, zu kochen oder für den notwendigen sprint zum biomarkt oder veganmarkt. also, jeder macht, was er will und is(s)t glücklich!

    grüße
    anna

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    1. Hi Anne, du sprichst mir voll aus dem Herzen. Es ist echt mal interessante Erfahrung, aber am Ende muss jeder für sich rausfinden, was einem wichtig ist und vor allem auch, was man in seinem Alltag (und Geldbeutel) unterbringen kann.

      LG, Sophie

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