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Dienstag, 29. Oktober 2013

Leipziger Köpfe: NEW WORK GALLERY-Gründer Martin Ehrt & Phil Knorr



Was passiert, wenn sich ein studierter BWL’er und ein gelernter Kaufmann treffen und ein gemeinsames Projekt starten wollen – natürlich, Sie gründen eine Galerie. Was in der Theorie vielleicht etwas, sagen wir abwegig erscheint, macht bereits nach einem kurzen Gespräch mit den beiden Inhabern der NEW WORK GALLERY Martin Ehrt und Phil Knorr durchaus Sinn.






Irgendwann durch Zufall kennen gelernt, beschlossen die beiden Wahlleipziger 2010 Martins Bilder (ja, er ist nämlich selbst Künstler) auf der Designers’ Open auszustellen. Da, irgendwo so zwischen Freundschaft und der geschäftlichen Zusammenarbeit, entstand im Laufe der Zeit die Idee, über temporäre Ausstellungen hinauszudenken. Gesagt, getan. Und da sitzen wir nun, in der kleinen, aber feinen (würde die Mutti sagen), stilvollen, angenehm schlicht gehaltenen (würde ich sagen) NEW WORK GALLERY in der Katharinenstraße 19 und schlürfen Tee aus Omas Vintage-Geschirr.




Was steckt nun eigentlich hinter dem Galerie-Konzept, welches zum Ärger der Inhaber auch ganz schnell mal zu einer New York Gallery gemacht wird. Also nun noch einmal: NEW WORK GALLERY. Von einer Kunst für Jeden zu sprechen, würde der Sache wahrscheinlich nicht gerecht werden. Vielmehr findet sich hier etwas für Jeden, der an Kunst interessiert ist. Will heißen, auch für schmälere Geldbeutel, aber offene Gemüter hat die NEW WORK GALLERY einiges zu bieten. In der Galerie findet ihr von Fotografie über Malerei bis hin zu Design-Objekten alles in einer Preisspanne ab 29 Euro aufwärts - stets limitierte Editionen inklusive Zertifikat, laufender Nummerierung und Unterschrift. Wie sich das eben so gehört.

Bei mir rattern da gleich die Räder der Weihnachtsgeschenkeüberlegungen. Eine super Alternative zum üblichen Schischi, oder?



Ich versuche erst gar nicht, eine tiefgründige Diskussion über das Thema Kunst anzufangen. Angenehm ist bei Beiden jedoch, dass das auch gar nicht nötig scheint. Geschmack ja, Leidenschaft vielleicht, Vorlieben womöglich, aber beim Betreten der Galerie ist es nicht zwingend nötig, ein durchdringendes Gespräch über einzelne Pinselstriche oder Perspektiven zu führen. Sie sind sich bewusst: „Manche Leute kommen wegen der Kunst an sich und manche suchen etwas, dass zu ihrem Sofa passt“. Sympathisch.





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Und, eines darf auf jeden Fall nicht unter den Tisch gekehrt werden: prinzipiell kann sich jeder Künstler für die Ausstellung seiner Werke in der NEW WORK GALLERY bewerben. Martin ist selbst Autodidakt, wie er verrät. „Es müssen nicht immer etablierte Künstler mit Hochschulabschluss sein“, so der Mann mit der adretten blauen Brille, die dann doch irgendwie sagt: „Ich mache etwas mit Kunst oder Medien.“




Die Bilder müssten sowohl verkaufbar als auch bezahlbar sein. Ein Satz, den man von einem Galeristen wohl nicht zwingend erwartet. Viele Künstler aus der klassischen Kunstszene fragen bereits an, verkennen jedoch häufig die „poppige“ Atmosphäre der Galerie. Derzeit finden sich Werke von Oliver Rath, Mirko Ettlich, Martin Kammler, Jörg Rom und eben Martin Ehrt in der Galerie wieder.
Einen Showroom konnten sie auch schon an Land ziehen: im Domicil Leipzig auf der Karl-Tauchnitz-Straße werden ausgewählte Werke der Galerie zu hochwertigen Möbelstücken in Szene gesetzt.



Diese und mehr Bilder findet ihr auf der Facebook-Page der NEW WORK GALLERY

Natürlich frage ich nach einer Einschätzung der Leipziger Kreativszene. Da halten sie es, wie die meisten unserer Leipziger Köpfe und beschränken sich auf ihr Gebiet. Es gäbe wahnsinnig viele talentierte Fotografen in Leipzig. Leider seien auch eben sehr viele auf die Bereiche Fashion und Porträt spezialisiert, was eine Ausstellung in der Galerie häufig ausschließt.

Immer noch diese Stadt kennen lernend, versuche ich ihre persönlichen Hotspots heraus zu kitzeln. Gar nicht so einfach. In der Tapas-Bar Barcelona, im Café Maître und Café Pilot lassen die Beiden es sich gelegentlich gut gehen. Im FALCO empfehlen sie einen Cocktail zum besten Ausblick über die Leipziger City. Das nenn ich doch mal einen Tipp!

Und wie ist das mit der Mode? Ganz am Rande bemerkt, auf mich machen sie einen sehr stilbewussten Eindruck. Erinnern ein wenig an „diverse Kollegen“ in „diversen Werbeagenturen“. Sie achten, laut eigenen Aussagen schon irgendwie auf eine modische Erscheinung, denn schließlich gehöre so ein gewisser Look ja auch zum Schöngeisterdasein dazu. Eine ehrliche Antwort, mit der ich mich zufrieden gebe.

Und was lerne ich aus so einem Besuch bei Martin und Phil: in einer Galerie findet man nicht immer nur abgedrehte Künstler und unbezahlbare Werke. Also zumindest in dieser nicht.




Ich bin mir nach diesem Interview sicher, dass Martin und Phil - abgesehen davon, dass sie mit Charme und Witz sicherlich die ein oder andere gut situierte Dame von ihrem Bedürfnis nach einem neuen Bild im Eingangsbereich überzeugen können - schlichtweg clever sind, sich die BWL-Ausbildung im unternehmerischen Galerie-Inhaber-Denken bezahlt macht und die Sache mit der Kunst einfach nicht so verbissen sehen. Ach ja, und natürlich wegen des blinkenden Kulis, der erwachsene Männer mit so viel Freude erfüllen kann und bestimmt noch zum Unterschreiben des ein oder anderen Kaufvertrages genutzt wird.

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