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Sonntag, 19. Januar 2014

Die Tine Wittler in uns I Wochenend-Geplauder

Schon mein ganzes Leben lang scheint eine kleine Tine Wittler Mutation  in mir zu schlummern. Nicht, dass mein Körperumfang dies erahnen ließe, Gott sei Dank nein, aber die Anzeichen sind nicht weniger schlimm.

Nur ein klitzekleiner Auszug. Man möchte meinen, das war mein Moodboard. 
Erst war es mein Kinderzimmer, das im Rhythmus von maximal einem halben Jahr ein „Makeover“ brauchte, später das WG Zimmer und schließlich die erste, zweite und mittlerweile dritte eigene Wohnung. Selbst mein Wohnheimzimmer in England blieb nicht unangetastet, sondern erfreute sich einiger Umräumaktionen, einem selbstgemachten Pompom Teppich und zahlreichen Dekoeinkäufen bei Primark. In unregelmäßigen Schüben (mist, ist das hormonell bedingt?) reichen mir die innenarchitektonischen Möglichkeiten in meinem Sims Spiel nicht mehr aus und die eigene Bude muss dran glauben. Als überstanden kann ich bereits die Rosa-Phase markieren (wirklich alles in meinem Teenie-Zimmer musste rosa sein, maximal hellblaue Akzente waren erlaubt), ebenso wie die wohl schlimmste Phase in der ein selbstgemaltes (natürlich rosa) Playboy Bunny Wandtattoo meine Kinderzimmerwand zierte und komplettiert durch eine Reihe leerer Mini Feigling Flaschen rund ums Bett das formvollendete Bild eines Revoluzer Teenie Zimmers ergab. Nachdem auch wirklich jedes Möbelstück meines 15qm großen Zimmers einmal an wirklich jeder Wand stand,  erschien der Auszug direkt nach dem Abitur nur als der nächste logische Schritt. >>>weiterlesen


Wohnung Nummer eins bekam unfaiererweise volle Schlagseite die Hochphase meiner Flohmarktliebe ab. An die vermeintlich barocke Tapete gesellte sich ein vermeintlich nostalgisches Kunststück. Goldene Rahmen gab es in dieser Zeit natürlich auch NIE genug. Heute quetschen sie sich zusammengefercht in einer blauen IKEA Tüte im Keller zusammen. Die weiteren Stopps in unterschiedlichsten WG-Zimmern erspare ich euch. Wer schon mal ein paar Jahre in einer Wohnung gewohnt und sich dann wieder auf ein einziges Zimmer beschränken musste, der kann sich auch vorstellen, warum Jule bei unserem gemeinsamen Einzug in Leipzig den Begriff „Ludolf Sisters“ prägte.



Seither habe ich mich leichten Herzens  von einer unüberschaubaren Zahl an Dekoelementen und Möbeln getrennt, die Zeit auf dem Müllplatz quiekend herumhüpfend verbracht wie Kinder auf dem Spielplatz. In unserer Hamburger Wohnung in der wir seit einem halben Jahr wohnen, gab es zwar weniger Dekounfälle, dafür aber mindestens schon vier Dekoanfälle bei denen nur eines hilft: Geld in die Hand nehmen, stundenlang auf Living Blogs im Netz verbringen, standardmäßig in den Baumarkt und zu IKEA fahren, einen ganzen Tag durch die Wohnung wuseln, möglichst viele Gegenstände von rechts nach links schieben, nochmal losfahren, weil noch ein entscheidendes Element fehlt und bis zum Abend hoffen, dass die letzte Umbaumaßnahme auf einer Skala zwischen Gnade und Gefallen bei meinem Freund einen möglichst guten Ausgang nimmt. 


Der letzte Anfall liegt erst zwei Wochen zurück. Nach Feierabend ging es für uns zu IKEA, um noch die letzten 50 Minuten bis Ladenschluss EFFEKTIV nutzen. Schließlich blieb nur noch die halbe Nacht für sämtliche Auf- und Umbauaktivitäten. Für alles, was mit einem Hammer bearbeitet wurde, haben wir aber anständig bis zum nächsten Morgen um Punkt 8 Uhr gewartet. Nette Nachbarn sind wir. Für eine so ungeduldige Person für mich war die Nacht dazwischen natürlich nur schwer zu ertragen. Auch das mag ein Grund dafür sein, dass ich die Hassliebe zu IKEA wohl nie beenden könnte. Ich könnte Ansagen wie „Das Sofa kommt in 5 Wochen bei Ihnen an“ schlichtweg nicht verkraften. In 5 Wochen wäre ich vor Ungeduld entweder doch bei Tine Wittler Maßen  angekommen oder hätte einfach schon drei Übergangssofas gekauft, wobei natürlich für jedes einzelne ein neues Dekokonzept her müsste.  


Ich frage mich immer, wie das bei anderen ist. Richtet ihr eure Wohnung oder euer Zimmer bei Einzug einmalig ein und lasst dann für das nächste Jahr oder sogar noch länger alles wie gehabt? Welche Einrichtungsunfälle habt ihr bereits überstanden? Selbstredend, dass mich eure Teenie Zimmer Deko natürlich am meisten interessiert. 

Ein DIY aus der letzten Umräumaktion bekommt ihr noch diese Woche zu Gesicht. 


Kommentare:

  1. Teenie Zimmer? Da sitze ich gerade drin ;) Also eigentlich ist mein Zimmer wohl nicht das typische Teenie Zimmer: schwarzer Schreibtisch, weiße Wände, rote Teppiche, eigentlich alles in schwarz-weiß-rot. Na gut, hier und da ein paar Klamottenhaufen ;)
    Liebe Grüße, Lu

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  2. Was für ein schöner Post! Ich musste oft sehr laut lachen, weil es mir zu 100% genauso geht. Meine Kinderzimmer waren immer nach grad angesagten Disneyfiguren gestaltet (mit Stickern, Postern,..),weniger Prinzessin, mehr Tiere. Das Jugendzimmer das folgte wurde dunkelblau gestrichen (meiner Mutti wars zum Glück egal, sie musste ja nicht darin schlafen) und mit getrockneten Rosen dekoriert. :D Bei allen WG-Zimmern gings mir wie du, alles immer und immer wieder umgerückt, umdekoriert, anders gestrichen. Am Ende und aus finanziellen Nöten habe ich dann Architektur studiert um mich in anderen Wohnungen auszutoben. ;) (Was natürlich Quatsch ist und mir (leider) auch bewusst war, dass das ein Architekt eher selten macht.) Und so muss immer noch im 1/2jahres-Takt meine eigene Wohnung dran glauben. Nächste Woche ist das Wohnzimmer wieder dran! ;)

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