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Mittwoch, 25. Juni 2014

Leipziger Köpfe: Kinderbuchillustratorin und -autorin Anne-Kathrin Behl


Anne-Kathrin Behl, textet und illustriert Kinderbücher. Und die finden nicht nur kleine, sondern auch große Kritiker spitze. Mit ihrem Buch "Tobi und die Alten"von 2013 siegte sie beim Prix Chronos de littérature in Frankreich. Die Greifswalderin entschied sich für Leipzig - als Lebensmittelpunkt und kreativer Raum zum Arbeiten. Wir haben ihr ein paar Fragen gestellt, um ihre Sicht auf die Stadt und ihren interessanten Beruf kennen zu lernen. 



Hallo Anne-Kathrin, stell dich doch einfach mal in ein paar Worten vor.

Seit 1,5 Jahren lebe ich in Leipzig als Kinderbuchillustratorin und -autorin. Wenn ich gerade nicht an einem Kinderbuch arbeite, tanze ich in Leipzig Lindy Hop oder treffe mich mit Freunden für gemeinsame Kulturgenüsse oder zum gemeinsamen Musikmachen.

Was uns verbindet ist unsere Wahlheimat Leipzig. Wie kam es zu deiner Wahl des Wohnortes und was schätzt du denn an Leipzig besonders?

Vor 1,5 Jahren haben mein Freund, ebenfalls Illustrator, und ich beschlossen von Hamburg nach Leipzig zu ziehen. Das war dann auch unser Schritt zum Zusammenziehen. Wir beide lieben Hamburg zwar sehr, aber als Freiberufler hat man es in Hamburg wirklich nicht leicht mit der Wohnungssuche. Von den hohen Mieten will ich gar nicht erst reden. Uns war also klar, dass wir einen Ortswechsel brauchten. Da unsere Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz verstreut sind, hatten wir ziemlich freie Ortswahl. Leipzig kannten wir beide schon recht gut, vor allem durch die Buchmesse. Zudem zog zwei Jahre vorher meine beste Freundin nach Leipzig, mit der ich zusammen unter dem Namen „teewurst“ literarisch-kabarettistische Singersongwritermusik mache. Da ist es natürlich toll, dass wir wieder gemeinsam in einer Stadt leben und zusammen Musik machen können. Es ist ja auch kein Geheimnis mehr, dass Leipzig eine tolle, kreative Stadt ist, in der man gut mitmischen kann. Hier fühlen wir uns wirklich gut aufgehoben. Und genießen – im Gegensatz zu Hamburg – die vielen sonnenreichen Tage! Ach ja – die Wohnungssuche in Leipzig war wirklich ein Traum :).


Was ist dein Lieblingsort und warum?

Das ist momentan noch schwierig zu sagen. Es gibt noch nicht DEN Lieblingsort, dazu kenne ich Leipzig vermutlich noch nicht gut genug. Aber es gibt viele Orte, an denen ich mich sehr wohl fühle, weil ich weiß, dass ich dort Freunde treffe. Das sind zum Beispiel Noels Ballroom, wo ich öfters Lindy Hop tanze oder das Cantona, wo man wunderbar mit Freunden ein Gläslein Wein trinken kann. Außerdem habe ich eine Jahreskarte für den Zoo – dort zu sein ist immer wie ein Kurzurlaub.
Ich muss allerdings auch gestehen, dass ich auch gerne Zuhause bin – da ist mein Atelier und das Atelier meines Freundes. Es ist ein Altbau, wie man ihn sich in Leipzig wünscht: mit einigen Eigenheiten, aber auch sehr viel Charme. Und einem tollen Hinterhof, auf dem uns immer eine nette Katze besucht.


Wenn du Wochenendbesuch bekommst, was schaut ihr euch dann an oder was empfiehlst du Freunden, sich anzusehen bzw. zu unternehmen?

Wie gesagt – ich muss selber noch ganz viel kennenlernen, um eine wirklich gute Touristenführerin zu sein :). Aber einen Zoobesuch empfehle ich jedem. Außerdem: Schnitzelessen im Waldis und Frühstücken im Cantona. Und dann je nachdem, was das Kulturprogramm gerade so hergibt.

Wie wird man denn eigentlich Kinderbuchautorin bzw. wie bist du es geworden?

Meine Mutter ist Buchhändlerin, was auch bedeutet, dass ich mit vielen Büchern aufgewachsen bin. Und irgendwie habe ich mich auch nie zu alt für Kinderbücher gefühlt.
Kaum, dass ich schreiben konnte, habe ich erste Geschichten über unsere Katzen geschrieben – die hießen dann „Tiger und die Katzenbande“ oder ähnlich. Und Bilder habe ich dazu natürlich auch gemalt. Als es dann an die Studienwahl ging, habe ich bei einer Mappenvorstellung in Kiel mitbekommen, dass man in Hamburg Illustration mit dem Schwerpunkt Kinderbuch studieren kann. Das war eine Offenbarung für mich! Und so fing es dann an. Zur Fachprüfung hatte ich mein erstes Buch fertig, dass ich sowohl geschrieben als auch illustriert habe, für das ich 2009 auf der Buchmesse in Bologna auch gleich einen Verlag gewinnen konnte. Seitdem arbeite ich für verschiedene Verlage und illustriere sowohl eigene Geschichten als auch Geschichten von anderen Autoren. Das letzte Buch ist „Matze vor, tanz ein Tor!“, das beim Atlantis Verlag Zürich erschien.

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Wie viel Leipzig findet sich in deinen Geschichten wieder?

Momentan noch nicht so viel. Aber ich verewige gerne Freunde und Familie in meinen Büchern – entweder zeichne ich sie als Tier oder ich bringe deren Geburtsdatum irgendwo unter. Manchmal tragen die Figuren Kleidung, die von Freunden inspiriert ist, ganz oft wird in irgendeiner Ecke Swing getanzt.








Als Autorin hast du ja einen sehr kreativen Beruf. Wie würdest du denn die Leipziger Kreativszene einschätzen?


Man spürt in Leipzig, dass hier ganz viel kreatives Potential ist – es gibt so viele spannende Veranstaltungen – sowohl in bildnerischer, literarischer als auch musikalischer Hinsicht. Man lernt so oft Leute kennen, die kreativ sind und das schätze ich an Leipzig sehr. Wir haben schnell einen tollen Freundeskreis mit vielen kreativen Menschen aufbauen können. Mein Freund und ich wollen aber auch gerne einen Illustratoren-Stammtisch aufleben lassen – dem Projekt widmen wir uns dann aber erst später im Jahr, da wir im August heiraten werden und bis dahin noch einiges zu tun ist ;).




Gibt es einen Ort in Leipzig, an dem du besonders Kreativ sein kannst? 

Das ist wohl momentan mein Arbeitsplatz. Hier habe ich alles, was ich brauche: meine Materialien, einen schönen Balkon mit tollem Hinterhof zum Entspannen und jemanden, der auch mal kritisch über die Bilder guckt. Auf lange Sicht hätte ich aber gerne ein tolles Gemeinschaftsatelier (falls jemand Interesse hat, gerne melden ;) ).


Wir beschäftigen uns ja hier im Blog das ein oder andere Mal mit Mode. Würdest du uns eine Modesünde aus deiner Jugend gestehen?

Ha! Ja – ich glaube, das Schlimmste, was ich jemals getragen habe, war mein Konfirmationsoutfit. Damals war ich noch – erbbedingt – sehr dünn und mochte keine Kleider – also entschloss ich mich für einen hellblauen Hosenanzug mit einer ganz furchtbar neongrün-blau gemusterten Bluse (die gar nicht mal so günstig war) und hellblauen Plateauschuhen. Dazu trug ich einen sehr kurzen Bob, der am Hinterkopf sehr hochgeföhnt und -toupiert wurde. Ich wollte es unbedingt so. Sorry Eltern, dass ihr das mitmachen musstet – aber auch irgendwie Danke fürs Durchhalten.


Danke für das Interview - und wo finden wir dich noch im Netz?

Unter: www.22forestlane.com oder bei Facebook hier und hier.


Liebe Anne-Kathrin, vielen Dank für die tollen Antworten. Wir wünschen dir noch viel Erfolg beim Schreiben und Illustrieren, eine tolle Hochzeit und viele weitere schöne Jahre in deiner Wahlheimat Leipzig.



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