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Montag, 25. August 2014

Travelling Japan: Beauty & Fashion


Knapp einen Monat ist es jetzt her, dass ich in Japan war. Zeit also, die Erinnerungen weiterzugeben bevor sie wieder verschwinden. Ich habe mich entschlossen, euch an dieser Stelle nicht mit schnöden Reiseberichten zu bombardieren und dennoch habe ich Japan als so aufregend anders empfunden, dass ich gern ein paar ausgewählte Einblicke mit euch teilen möchte. Im ersten Teil geht es um all die Kuriositäten im Bereich Beauty & Fashion, die bei mir Emotionen zwischen Verwunderung und Ekel ausgelöst haben. Mal sehen, wie ihr darauf reagiert.


Starten wir mal mit der Beauty-Sparte. Das erste, was mir bei einen Blick in Japans Drogerien auffiel, war das Heer an Werbe-Babys. Es hat ein bisschen gedauert bis ich verstanden habe, dass sich die Drogerien nicht zur Hälfte aus einem breiten Baby-Sortiment zusammensetzen (was bei dem demografischen Trend wohl auch keinen Sinn ergeben hätte) sondern Babys schlichtweg DAS Markenzeichen schöner Haut sind und daher zahlreich als Testimonials im Kosmetikbereich herhalten. Ich fand es bis zuletzt sehr befremdlich, kosmetische Produkte für erwachsene Frauen zu kaufen auf denen mich ein Kind breit angrinst. Gerade wenn es dabei um so wenig niedliche Themen wie Pickelmasken oder Porenstrips geht.


Weiterhin ein extrem gewöhnungsbedürftiges Thema im Bereich Beauty ist der Wunsch der Japaner, die Wirkungsweise sämtlicher kosmetischer Produkte visualisiert zu bekommen. Seien es Poren reinigende Masken oder Hornhaut lösende Fußpackungen, ohne die Vorher-Nachher-Bilder kommt kein Pflegeprodukt aus. Bei dem unteren Bild der Collage handelt es sich im Übrigen um eine A3 (1) große Abbildung einer Nase - VOR der Behandlung. Ich bin ja eigentlich nicht sehr zimperlich, aber diese dermatologischen Einsichten trafen mich einfach zu unvorbereitet und auf einen flauen Magen...



Was dagegen angesichts des hierzulande vorherrschenden Japan-Images weniger überraschen dürfte, ist die Tatsache, dass es kuriose Lösungen für die absurdesten Probleme gibt. Zum Beispiel Plastikteile, die das Lächeln verschönern bzw. verbreitern sollen. Hier wird euch der "Happy Facner" ans Herz gelegt. Neben zarter Babyhaut und einem gut trainierten Grinsen gehören lange Wimpern zum Schönheitsbild japanischer Frauen. Wimpernverlängerungen und falsche Wimpern gehören besonders bei den Frauen in Tokyo zur Make-up-Routine.



Modetechnisch haben die Japaner nur zum Teil gehalten, was sämtliche Streetstyle-Blogs versprechen. Gerade in In-Vierteln wie Harajuku und Shimokitazawa trifft man auf Menschen mit einem tollen und zum Teil sehr einzigartigen Kleidungsstilen. Die breite Masse kleidet sich aber recht bieder, was sich auch im Angebot der unzähligen Boutiquen widerspiegelt. Genauso wie bei uns, gibt es natürlich auch in Japan Trends, die sich durchziehen. Besonders auffällig fand ich, dass viele Frauen, lässig ein Hemd um die Hüften trugen. Klar, ist das nichts Neues. Aber dafür, dass ein Hemd in der Taille nun wirklich wenig zweckerfüllend ist - außer dass es vielleicht den Po wärmt?! - finde ich diesen Trend außerhalb von Fotoshootings schon recht interessant. Es hat einfach so etwas "Hindrappiertes". Genauso steht es um Wollmützen, die ganz bewusst extrem hoch getragen werden. Das ist gerade unter Jugendlichen ein großes Ding. Ich meine damit aber keine Beanies, sondern spitz zulaufende Strickmützen, die mit einem solchen Selbstbewusstsein vom Kopf abstehen wie ich es sonst nur von Basecap-Trägern aus DSDS-Shows kenne. Außerdem soll nochmal einer über die vermeintlich ach so deutsche Sandalen-Socken-Kombi wettern. Die Japanerinnen, die in ihren offenen Sandalen und High Heels keine Socken getragen haben, kann ich an einer Hand abzählen (sieht man auch auf dem ersten Bild des Posts). Klar, dass auch bei mir das ein oder andere paar Söckchen im Reisegepäck gelandet ist. Hier sehe ich nämlich tatsächlich einen Nutzen. Blasen und kalte Zehen adé! Im Übrigen war ich sehr erstaunt darüber, dass die Großstädterinnen mit einer beachtlichen Konsequenz im Alltag auf eben so beachtlich hohen Schuhen unterwegs sind.




Ein ganz eigenes Fashion-Kapitel schreibt der Hochsommer in Japan. Helle Haut ist ein Schönheitsideal und so sieht man bei herrlichen Sonnenschein stetig deutlich mehr Schirme als bei Regen. Ein ungewohnter Anblick. Während wir uns mit der Zeit daran gewöhnten, spätestens nach einer Stunde klitschnass durch die Stadt zu streifen und regelmäßig Zwangspausen in einem Shop oder einem übertrieben klimatisierten Café einlegen mussten, um wieder auf Normaltemperatur runterukühlen und die Klamotten langsam wieder von der Haut zu lösen, schlendern die Japaner mit Armstulpen an uns vorbei. Mit Armstulpen! Bei 36 Grad! Ein weiteres Sommer Must-have sind außerdem kleine Stofftücher mit denen man sich unentwegt das Gesicht trocken wischt (seht ihr bei genauerem Hinsehen auch bei den beiden Damen auf dem unteren Bild), so wie es bei uns nur noch die Opis der alten Schule tun.


Was das Shopping-Angebot angeht, kann ich nur sagen, dass es extrem vielseitig ist. In keinem Land habe ich es bisher erlebt, dass sich High Fashion und Fast Fashion Shops so nah aneinanderreihen. So kreuzen sich Straßen, gesäumt mit Prada, Loui und Co. direkt mit solchen, die eine enorme Second Hand Shop-Dichte aufweisen. Ansonsten gilt wohl, was auch für andere Inselstaaten gilt: Einheimische Marken sind für deutsche Verhältnisse total erschwinglich, importierte Marken dagegen sehr überteuert.

Das war es nun möglichst kurz von der Fashion & Beauty-Front. Beim nächsten Mal geht um Besonderheiten beim Essen und Trinken. Wenn euch sonst bestimmt Teilaspekte der Reise interessieren, lasst es mich wissen. Was hat euch aus diesem Post überrascht und was würdet ihr gern in Deutschland adaptieren?

Kommentare:

  1. Hallo,

    vielen Dank für diese mal etwas anderen Einsichten in die japanische Kultur, das war echt spannend! Die Sache mit den Sonnenschirmen finde ich übrigens echt durchdacht, wenns nur nicht so unpraktisch wäre! Aber auf Wollmützen und Armstulpen kann ich im Sommer dankend verzichten - wenn er nicht so kalt ist wie derzeit, jedenfalls.
    Ich bin gespannt, was ihr sonst noch zu erzählen habt!

    Liebe Grüße,
    Mutter Pappelheim

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    1. Hallo, danke für dein Kommentar. Ich denke, da sind wir ganz einer Meinung :) Die Sonnenschirme sind gerade in überfüllten Straßen echt sperrig. Aber was tut man anscheinend nicht alles für eine alabasterblasse Haut?!

      Viele Grüße aus Hamburg!

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