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Sonntag, 28. September 2014

Travelling Japan: Essen & Trinken


Bei den heutigen Einblicken in Japans Alltäglichkeiten soll es um die Eindrücke zum Essen und Trinken gehen, die wir während unserer Zeit in Japan gesammelt haben. Teil 1 zum Thema Fashion & Beauty findet ihr hier.

1. Getränkeautomaten statt Mülleimer
In Japan findet sich mindestens an jeder vierten Straßenecke ein Getränkeautomat. Es ist unglaublich, wie diesen bunten Klötze das Stadtbild prägen. Ein normalen Mineralwasser (mit Kohlensäure) werdet ihr darin dennoch vergeblich suchen. Stattdessen findet man neben zahlreichen süßen Mischungen recht sonderbare Angebote wie einen gekühlten "Milk Tea". Wer jetzt glaubt, die Japaner würden ständig mit Softdrinks durch die Gegend rennen irrt. Tatsächlich habe ich keinen einzigen Einheimischen auf der Straße trinken sehen. Getrunken wird wenn dann direkt neben dem Automaten stehend, was auch sinnvoll ist, da dies gleichzeitig so ziemlich die einzigen Plätze in den Städten sind, an denen sich ein Mülleimer befindet. Fragt lieber nicht wie häufig wir mit unserem Müll durch den Tag spaziert sind, verzweifelt auf der Suche nach einem Mülleimer.


2. Man sieht, was man kriegt
Ziemlich praktisch für Reisende ist die Tatsache, dass die Japaner wenn es ums Essen geht, immer zeigen, was sie im Angebot haben. Wer seine komplette Karte nicht direkt in Plastik nachgebaut im Schaufenster oder direkt vor dem Laden ausstellt, der bietet zumindest Plakate und Anzeigetafeln mit Fotos an. Das gilt sowohl für Straßenbuden als auch für Restaurants. Gerade bei europäischen Restaurants fand ich das doch sehr befremdlich. Der Anblick nachgebildeter Pizzen und Nudelgerichte kann schon mal an den Kaufmannsladen aus Kindheitszeiten erinnern. Japaner zeigen übrigens genau so gern auf die bunten Bildchen und "Fake Foods" wie Touristen, die einfach kein Wort von dem verstehen, was da sonst noch steht.



3. Sushi ist nicht gleich Sushi
Wir haben in Japan keineswegs zum ersten Mal Begegnung mit frischem, hochwertigen Sushi gemacht und dennoch hat es sich von allem anderen Unterschieden, was ich bisher unter den Begriff Sushi zu meinem Mund geführt habe. Der Fisch ist so zart, dass er nahezu im Mund zergeht und die einzelnen Fischsorten unterscheiden sich geschmacklich enorm. Das kann ich über deutsches Sushi nicht unbedingt sagen.

Ein Besuch in einem Sushi Restaurant ist daher unbedingt zu empfehlen und übrigens auch bezahlbar. Wer es ganz ursprünglich mag, macht sich ganz früh auf den Weg und besucht ab 05:00 Uhr den Fischmarkt in Tokyo. Übrigens eine gute Empfehlung für den Tag nach der Anreise, da ihr hier in der Regel viel zu früh wach und daher auch viel zu früh hungrig seid, sodass euer Magen ein Sushi-Frühstück womöglich sogar begrüßt.


4. Und dennoch isst man nicht 24/7 Sushi
Japanisches Essen ist abwechslungsreicher als in Deutschland allgemeinhin bekannt. Neben Ramen in zahlreichen kalten und warmen Variationen, gehören Tempura (Gemüse, Fisch oder Fleisch frittiert), Okonomiyaki (auf einer heißen Platte zubereitete "Eierkuchen" mit unterschiedlichen Toppings),  Yakitori (gegrillte Hähnchenspieße), Gyoza (hier habe ich euch schon ein Gyoza Rezept vorgestellt) mindestens so fest zur japanischen Küche wie Maki, Sashimi und Co. Außerdem gibt es grundsätzlich zu jedem Gericht Kohl sowie eine Miso-Suppe, kalten oder warmen Tee und natürlich Reis. Wir haben alles probiert und das meiste für gut befunden (sorry aber die Schnecken konnte ich beim besten Willen nicht aus ihren Häuschen stochern).

Das einzige, was mir wirklich gefehlt hat war frisches Gemüse und Obst. Häufig bekommt man zahlreiche einlegte Sachen in vielen kleinen Schälchen serviert. Ich fand die Geschmäcker zum Teil etwas unheimlich aber natürlich ist auch das eine Frage des Geschmacks und der Gewohnheit.


5. Traue niemals Süßigkeiten, die wie gewöhnliche Schokolade aussehen
Während hierzulande die Cupcake-Shops aus dem Boden schießen, halten sich die Japaner an opulente Torten, französisches Gepäck und braune Bohnenpaste. Ja richtig gelesen, braune Bohnenpaste. Klingt wenig sexy und schmeckt nach meinem Empfinden auch so. Das fiese daran: die klebrige braune Masse sieht auf dem ersten Blick immer aus wie Schokolade, versteckt sich aber zahlreichen Süßigkeiten - sogar im Eis! Vor allem Kyoto ist ein beliebtes Auffangbecken für Nachkatzen. Die lokalen Süßigkeiten sind häufig mit Zimt oder Matcha-Geschmack angereichert - auch das ist für Europäer ein Geschmackserlebnis, das eher aus der Reihe fällt.


Da wir im Hochsommer in Japan waren, hat Eis zudem eine große Rolle gespielt. Klar, dass es auch Eisautomaten gibt. Mein Favorit: Ein riesiges Meloneneis am Stiel. Ansonsten muss im Zuge unserer Japan-Erlebnissen wenn es um das Essen geht unbedingt erwähnt werden, dass man auf ganz unterschiedliche Art und Weise - und vor allem nicht zwangsläufig teuer - Essen gehen kann.

Es gibt zahlreiche Bistros, Imbissbuden, genauso wie vornehme und dann sehr teure Restaurants in denen ihr auch traditionell auf dem Boden diniert, Restaurants bei denen ihr an der Theke sitzt und beim Zubereiten des Sushi zuschauen könnt, Automaten-Restaurants (man bestellt am Automaten sein Essen und erhält eine Nummer - was ein Spaß!), Roboter-Restaurants (jap) usw. Ein Highlight war für uns außerdem ein Running Sushi Laden in Kyoto in dem man seine Getränke und Sonderwünsche ausschließlich über ein Tablet über dem Tisch bestellt hat. Erreicht euch die Bestellung auf dem Band, wird eine lustige Melodie abgespielt und auf dem Bildschirm erscheint die Ankündigung, dass die Bestellung quasi gerade einrollt. Ich denke ich muss nicht erwähnen, dass wir einfach sehr viel bestellt haben, einfach weil der Bestellvorgang selbst so ein großer Spaß war.



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