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Dienstag, 18. November 2014

Leipziger Köpfe: Singer-Songwriter TOMKLEIN.




Wer die gängigen Leipziger Medien und Foren kennt, wird das ein oder andere Mal in letzter Zeit über ihn gestolpert sein - TOMKLEIN., ja mit Punkt. Er ist in aller Munde und vor allem auch Ohren und auch wir konnten uns seinem Sound und Texten kaum entziehen. Wie schön, dass er sich bereit erklärt hat, uns ein paar Fragen zu beantworten ...





Hallo lieber Tom, stell dich doch einfach mal in ein paar Worten vor.
Also, ich bin Tom, Musiker und gebürtiger Leipziger. Als TOMIKA habe ich diesen Sommer bereits mein Debütalbum auf Platte veröffentlicht, nun kommt als TOMKLEIN., quasi mein deutsches Nebenprojekt, eine kleine EP.
Damit mir aber nicht so langweilig wird betreibe ich seit kurzem nebenbei noch ein Kassetten-Label namens Honeymoon Tapes auf dem ich limitierte Tape-Auflagen veröffentliche, mit Musik die ich privat gern höre - das erste Release ist seit einem Monat als rote Kassette verfügbar. Außerdem bin ich als Web & Social Media Editor für ein kleines Indielabel aus den USA tätig.

Du bist Musiker aus Leipzig, ein sogenannter Singer-Songwriter. Was bedeutet diese Bezeichnung für dich? 
Singer-Songwriter bedeutet für mich einfach, dass ich die Musik alleine schreibe und aufnehme, es gibt da keine Band ringsrum - und genauso bei Livegigs sitze ich alleine mit meiner Akustikgitarre da und spiele die Songs. Also im Endeffekt, alles selbst zu machen.

Bilder von Michael Bombke

Nun behaupten nicht zuletzt so ein paar Typen aus Karl-Marx-Stadt „glückliche Menschen sind nicht interessant“. In welcher Stimmung sind deine besten Songs entstanden? 
Definitiv nicht in fröhlicher Stimmung, da kann ich schonmal zustimmen. Ein schönes Beispiel dafür ist der erste Song, der je für das TOMKLEIN. Projekt geschrieben wurde - der Song heißt NEIN (https://soundcloud.com/tomkleinmusik/nein) und ist quasi ein Abgesang auf eine verflossene Liebe. Wie viel Autobiografie da jetzt drinsteckt lasse ich einfach mal offen aber der Song ist mir ziemlich wichtig, er ist aber definitiv nicht lustig oder angenehm, sondern die Reaktion die ich meistens darauf bekomme sind eher, dass er Beklemmungen in der Brust hervorruft. Die Leute mögen ihn aber trotz allem, also ja - traurige Musik ist definitiv interessanter. Meine besten Lieder, das würde ich zumindest persönlich mal so behaupten, sind auch die traurigeren. Warum das so ist, kann ich aber leider auch nicht sagen, ich bin nicht unbedingt ein trauriger Mensch. Aber meine Freundin fragt mich auch oft wenn ich ihr neue Musik von mir vorspiele, ob mit mir alles in Ordnung ist :D

Bald kommt deine erste EP heraus. Was hat es damit so auf sich? Wie ist die Idee entstanden und wie lange dauert es eigentlich, bis man so ein eigenes Ding dann in der Hand hält? 
Die Idee trage ich jetzt schon ziemlich lang mit mir herum, und zwar ist das erste TOMKLEIN.-Lied vor zwei Jahren entstanden. Das habe ich damals mehr für mich geschrieben und dann weiter so ab und an deutsche Lieder  - als Ausgleich sozusagen. Unter Freunden kamen die aber immer gut an, weswegen ich jetzt vor zwei Monaten entschieden habe das mal gebündelt selbst zu veröffentlichen, und auch selber eine kleine Mini-Auflage CDs zu produzieren. Die sollen eher so als kleines Geschenk für die Leute sein, die die Musik wirklich mögen, die CDs sind auch teils selbst gestaltet. Dass ich das jetzt als Do-It-Youself-Ding durchziehe liegt einfach daran, dass ich die Lieder ganz schnell veröffentlichen wollte. Vielleicht hätte sich dafür auch ein Label gefunden, ich hab aber ehrlich gesagt gar nicht danach geschaut oder das mal rumgeschickt, sondern einfach irgendwann gesagt okay, ich bring das jetzt raus, ein Website online gestellt und jetzt läuft das einfach so.




Von dir als Leipziger erhoffen wir uns nun natürlich ein paar Insider-Tipps. Was ist dein Lieblingsort und warum?
Puh das ist schwierig, zumal man das schwer auf DEN EINEN Lieblingsort festlegen kann.
Also wenn's um Musik und Konzerte geht zieht es mich oft ins Horn's Erben, eine urige Bar und Konzert-Location im Süden. Die haben immer schöne spannenden Veranstaltungen und die Leute von Analogsoul machen da regelmäßig Konzerte die ich sehr empfehlen kann.
Wenn's ums Essen und Trinken geht, finde ich mich oft erst im Divino auf der Karli mit einer gefüllte Pita und einer ordentliche Portion selbst gemachte Kartoffelecken zu essen, um dann zum Trinken im Café Waldi, dem Puschkin oder der Charlotte, einer neuen kleinen Bar in der Kochstraße hängenzubleiben.
Wenn's etwas später ist, zieht es mich meist ins Conne Island am südlichsten Zipfel von Connewitz oder ins Institut für Zukunft, einem neuen Club an der alten Messe - beide sind musikalisch sehr breitgefächert und vielfältig, man erlebt da also auch regelmäßig mal neue Sachen abseits vom Mainstream, was ich sehr spannend finde.
So kann man also sagen, dass ich sehr selten aus dem Leipziger Süden rauskomme.



Was würdest du uns oder Nicht-Leipzigern unbedingt hier empfehlen?
Mein Tip wenn man Leipzig besucht: unbedingt im Sommer herkommen. Da lebt die Stadt richtig, wenn die ersten Herbsttage kommen verfällt Leipzig irgendwie sehr schnell in eine Art Winterschlaf, der meist bis April anhält. Aber im Sommer ist hier immer was los, die Bars haben quasi morgens offen, es gibt unzählige Openair-Partys und genug Parkwiesen zum rumlümmeln ... da kann man die Stadt dann richtig erleben.

Wir fragen auch immer gern nach der Kreativszene in Leipzig. Wie schätzt du diese bezüglich der Musik ein? 
Ziemlich vielseitig aufgestellt würde ich sagen, aber trotzdem dank der überschaubaren Größe der Stadt sehr familiär was einen großen Pluspunkt meiner Meinung nach ausmacht. In den verschiedenen Szenen und auch darüber hinaus kennt man sich hier für gewöhnlich und es ist sehr leicht mit neuen Kreativen in Kontakt zu kommen - das stelle ich mir in einer Stadt wie Berlin zum Beispiel viel schwieriger, vielleicht auch anonymer vor. Ich kann mir deswegen auch nicht vorstellen so schnell aus Leipzig wegzuziehen, obwohl ich jetzt schon mein ganzes bisheriges Leben hier verbringe.

Auf welcher Bühne in Leipzig stehst du am liebsten?
Das Noch Besser Leben auf der Karl-Heine-Straße ist definitiv mein persönlicher Favorit für Konzerte - als TOMIKA habe ich dort im Frühjahr ein Konzert gespielt und war ziemlich begeistert von der Atmosphäre und dem Publikum - also wenn ich nächstes Jahr eine kleine Tour als TOMKLEIN. plane werde ich da hoffentlich wieder spielen dürfen.

Stell dir vor, die gute Fee kommt vorbei und du darfst dir drei Bühnen aussuchen, auf welchen du einmal performen darfst. Welche würdest du wählen und warum?
In Leipzig wäre das definitiv das UT Connewitz, die ganze Location hat einfach so eine intensive Atmosphäre, so eine Bühne wünscht sich glaube ich jeder Künstler.
Über die Stadtgrenzen hinaus wird es ehrlich gesagt schwer für mich, die meisten Shows etc. habe ich hier in Leipzig besucht. Aber ein Openair-Konzert wäre mal ziemlich geil - vielleicht schaff ich's ja das für nächsten Sommer mal auf die Beine zu stellen.


Welche Rolle spielt die Kleidung oder vielleicht die Verkleidung bei deinen Auftritten?
Kleidung generell ist für mich wichtig um mich einfach wohl zu fühlen - deswegen habe ich bei Auftritten immer meine derzeitigen Lieblingssachen an, eine bestimmte Hose, einen Pulli und Sneaker - bequem muss es sein. Das ist sowieso mein Credo was Klamotten angeht - in erster Linie müssen sie bequem sein. Wenn man sich auf der Bühne mit seinem Outfit nicht zu 100% wohl fühlt wirkt sich das - zumindest bei mir - immer auf den Auftritt aus.n Deswegen hab ich mittlerweile so ein paar Standard-Outfits auf die ich einfach zurückgreifen kann.


Würdest du uns eine Modesünde aus deiner Jugend gestehen? Bitte Bitte Bitte
Viel zu weite Fishbone-Hosen und Schlüsselbänder - ich bin ein Kind der Neunziger, muss ich noch mehr dazu sagen? :D



Gibt es noch irgendetwas, was du uns sagen möchtest?
Neben meiner Musik als TOMKLEIN. bringe ich auch mit meinem Hauptprojekt TOMIKA Anfang 2015 eine neue Single auf Vinyl raus und auch da wird dann noch ein Album folgen ... also immer die Augen offen halten, man darf gespannt sein :)


Danke für das Interview - und wo finden wir dich noch im Netz?
www.tomkleinmusik.de
Facebook
Soundcloud

MEER Musikvideo: *hier*
EP Kaufen: https://tomklein.bandcamp.com

Lieben Dank, Tom, für das Interview und die Tipps zu unserer Lieblingsstadt. Wir wünschen dir viel Erfolg mit deiner EP und werden dich im Auge behalten. 

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