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Montag, 10. Juli 2017

Vom ständigen Optimieren


In einem dieser Gespräche, welches du als dein 16-jähriges-Ich mit all den klaren Vorstellungen vom Leben und der Meine-Welt-First-Attitude in dieser Form nicht für möglich gehalten hättest, wo es um Kompromisse, Beziehungen, Entwicklungen und die richtige Balance geht – in einem dieser Gespräche wurde mir einmal gesagt, ich sei auch so ein Optimierer. Ist das nun gut oder schlecht? Oder beides?

Im ersten Moment kommt einem dieser Begriff ein wenig negativ vor. Finde ich zumindest. Irgendwie egoistisch. Und irgendwie ungeduldig. Hm. Ein Optimierer also. Ja, kann schon sein. Wir wollen ja irgendwie doch gern alle immer das Beste für uns ganz persönlich herausholen. Im Job. Beim Feilschen auf dem Trödelmarkt. Im Privatleben. Und wie sollen wir das tun, wenn wir nicht immer wieder versuchen, zu optimieren? Das, und so erscheint es bei der Beobachtung der Mitmenschen oder den Geschichten vom Hören-Sagen, ist nicht immer der leichtere Weg. Denn eine zwangsläufige Voraussetzung für das Optimieren ist es, bereit zu sein, den unbequemen Weg zu gehen. Den, dessen Ausgang vielleicht nicht sicher ist, mit dem Risiko verbunden ist, am Ende vielleicht doch zu scheitern oder allein da zu stehen. Sagen, was einen stört oder auf dem Herzen liegt, einfach dann, wenn es noch ganz klein und vermeintlich belanglos ist. Dann, wenn noch tausend Möglichkeiten bestehen, etwas zu verändern, aktiv zu werden, den kleinen Störfaktor nicht zum großen Problem werden zu lassen. Ganz so schlecht erscheint mir das Optimieren in diesem Sinne nicht. Denn wie oft werden Dinge in sich hineingefressen, einfach hingenommen. Passt schon. Und dann irgendwann passt es nicht mehr. Einfach so. Irgendwie. Und am Ende bin ich dann wohl auch nur ein Optimierer, weil ich nur selten meine Klappe halten und erstmal abwarten kann. Oder weil ich an Chancen glaube und daran, dass man nur herausfindet, ob etwas passt, indem man macht, ausprobiert, mutig ist.

Klar ist aber auch, dass die symbolische Trennlinie zwischen optimieren, sein Glück selbst in die Hand nehmen, einfach mal mutig sein und dem zu schnell aufgeben oder sprunghaften Reaktionen ziemlich fein ist. 

Und was hat das alles mit diesen Bildern hier zutun? Eigentlich nichts und eigentlich alles. Vor kurzem dachte ich noch, dass wir in unserer Bude gerade durch sind in Sachen Deko und Einrichtung. Ich war erstmal durch mit dem Thema. Passt alles hier. Und dann überkam es mich von jetzt auf gleich. Ich brauchte eine Veränderung. Eine Optimierung. Da ich nicht unbedingt die bereits bestehenden Dekosachen und Farbakzente rausschmeißen wollte, wandte ich mich also unter anderem einer Ecke zu, die bis dato noch nicht super viel Aufmerksamkeit erhalten hatte: Unserer kleinen Sitzbank in der Wohnküche. 
   


Das Vorhandene war nicht schlecht. Ein paar hellblaue Dekoelemente, das Fell, Ramschkisten. Irgendwie musste nur mal etwas mehr Farbe her. Und dann galt es einfach auch, die Möbel in der Küche etwas umzustellen. Manchmal muss einfach eine neue Perspektive her. Gedacht, getan. Der kleine umfunktionierte Schreibtisch landete neben der Sitzbank und bei H&M Home wurden Kissenbezüge und Jute-Körbe bestellt. Letzteres nutze ich zum einen als Pflanzenübertopf und zum anderen als Aufbewahrung für Beutel. Der restliche Kram war irgendwie schon da und so machten für mich ein paar kleine Optimierungen einen großen Unterschied. Wie im echten Leben, hehe.

Und dann steht das dieses Buch, von dem dich ein blonder Typ angrinst und dir verrät, wie du mit SuperFood super tolle Gerichte zaubern kannst. Und du weißt selbst genau, dass dieses Buch doch irgendwie nur ein Mal zum Einsatz gekommen ist. Die Farbe des Covers passt hier irgendwie so gut rein. Vielleicht schon die nächste Optimierung?!






1 Kommentar:

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