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Dienstag, 7. November 2017

Lagom - was wir von den Schweden lernen können

Ok, ich gebe es zu, das mit diesem Hygge ist ein wenig an mir vorbeigegangen. Ich habe mir sagen lassen, es gehe dabei darum, die angenehmen Kleinigkeiten des Alltages zu genießen und hier und da einen Moment der Ruhe zur persönlichen Freude zu nutzen. Ok, das dänische Lebensgefühl haben wir damit als Trendthema in 2016 abgehackt. Jetzt kommen die Schweden um die Ecke mit ihrem sogenannten "Lagom". Es handelt sich dabei laut Johny Jackson und Elias Larsen um "einen bestimmten Lebensstil, bei dem es im Kern um Ausgeglichenheit, Bescheidenheit, Unaufgeregtheit und Zufriedenheit geht". Die Beiden haben nämlich mit der Münchner Verlagsgruppe ein Buch herausgebracht, welches ich mir einmal näher angesehen habe. 


Teil 1: Das Lagom-Heim
Es geht um organisieren, aufräumen, hinterfragen, was ich wirklich brauche. Soweit so gut. Auch Tipps zum Energie sparen im Alltag, eine Anleitung für ein selbstgemachtes Putzmittel und Ratschläge, wie man die Lebensmittelverschwendung möglichst gering hält, sind dabei. An sich erfahre ich hierbei nicht so viel Neues. Es kommt aber doch gelegen an das ein oder andere, was man doch eigentlich weiß, noch einmal erinnert zu werden. So für den Schalter im Kopf. Als sehr hilfreich empfinde ich persönlich die Tipps zur Verlängerung der Lebensdauer verschiedener Lebensmittel. Häufig geht es ja mit der Frage los, wo und wie man was eigentlich am besten lagern sollte. Wenn es dann aber doch einmal höchste Eisenbahn wird und das Gemüse verbraucht werden muss, finden wir im Buch leckere Rezepte für Chutney, "Reste-Rezepte" & Co. Interessant fand ich den Abschnitt zum Anlegen des eigenen kleinen Kräutergartens auch mit wenig Platz inklusive Anleitung zum Trocknen der Kräuter. Auch der obligatorische Beitrag zum Thema Upcycling darf nicht fehlen. Die Bastelbeispiele sind wie immer Geschmackssache und wurden von mir - ehrlich gesagt - überblättert. Upsi. 


Teil 2: Ausgewogene Ernährung und gute Gesundheit
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit einem guten Gleichgewicht aus Genuss und Gesundheit. Empfohlen wird - grob gesagt - eine abwechslungsreiche Ernährung in Kombi mit Bewegung...ok, das ist jetzt nichts Neues. Die Ernährungstipps sind leider nur angeschnitten und nicht bahnbrechend. Interessant finde ich eine Übersicht, welche Menge wovon am Tag gut ist. Davon hätte das Kapitel ruhig mehr vertragen. Es wird konkret mit Beispielen gearbeitet, so dass man eine bessere Vorstellung hat, wovon wie viel am Tag ok und gut für dich ist. Und da ist auch das ein oder andere Stück Brot oder ne Nudel dabei. Oh oh, ok. 
Auch die obligatorischen Yoga-Übungen dürfen nicht fehlen. Hat sich eigentlich schon mal ein Mensch dieser Tage hingesetzt und anhand einer Anleitung aus einem Buch Yoga-Übungen ausprobiert? Hm, ich glaube, ich greife doch lieber auf die ein oder andere YouTube-Anleitung zurück. Da wird man gelobt. Hehe. Was ich in diesem Abschnitt gut finde, sind beschriebene Methoden zu Reduzierung von Stress. Davon haben wir ja wohl alle genug. 

Teil 3: Lagom und die Sache mit der Arbeit
Ja, arbeiten müssen wir wohl alle. Nützt nix. Im dritten Teil des Buches wird beschrieben, wie man Lagom bei der Arbeit anwenden kann inklusive Tipps zur Organisation und Kommunikation, zum Umgang mit Gesellschaftliche Verpflichtungen, dem Hinterfragen des eigenen Mediakonsums und ganz wichtig: für einen besseren Schlaf. 



Teil 4: Die eigenen Bedürfnisse mit der Umwelt in Einklang bringen
Das hört sich ja immer etwas esoterisch an, aber vor allem der Teil 4 des Buches erscheint mir der wichtigste zu sein für mehr Happiness und so. Wie kann man sich selbst als Ursprung aller Veränderung sehen? Es geht darum Zeit "zu verschenken" und einfach mal nett zu sein. Klingt banal und hat doch so eine große Wirkung. Für einen selbst und andere. Ich muss da gerade an so einen aktuellen Beitrag vom Hutmann denken. Recht hat er. 


Für wen ist das Buch also etwas? Ich würde meinen, dass wir es hierbei mit einem netten Geschenk (VKP 14,99 €) zutun haben für Menschen, die sich vielleicht gerade an einem Wendepunkt in ihrem Leben befinden und nur noch den kleinen Anstoß, die nette Hilfestellung benötigen. Die Rezepte klingen toll und generell gibt das Buch ein paar tolle Anstöße und Reminder dazu, wie wir bewusster mit Ressourcen, aber auch ganz klar mit unserer eigenen Energie umgehen können. Die Gestaltung ist so, wie es der Inhalt vorgibt: Leicht, locker, alltagstauglich. Eine gute Einsteigerlektüre für die Kunst eines "ausgeglichenen Lebens". Fakt ist aber auch, diejenigen, die bereits sehr bewusst mit Strom, Wasser und Konsumthemen umgehen, werden in diesem Buch nicht viel Neues erfahren. 
Sehr gut haben mir die zwei letzten Kapitel gefallen, die leider auch die kürzesten sind. Da geht es vor allem um den Einklang von Arbeit und Leben, um das Nein-sagen-können und schlichtweg darum, einfach einmal nett zu sein. Es klingt banal, ist aber doch echt hilfreich, sogar aus rein egoistischen Gründen. 

*Hinweis für mehr Transparenz: Zum Stöbern wurde mir von der Münchner Verlagsgruppe GmbH ein Ansichtsexemplar dieses Buches bereitgestellt.



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