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Freitag, 7. November 2014

Boxen aus Papier


Boxing hat mein Freund nach eingehender Beobachtung meine Angewohnheit getauft, Dinge in Kategorien zu sortieren und sie anschließend in verschieden großen Boxen zu horten. Neben der Kabelbox gibt es so in unserem Haushalt auch noch die Ablagebox, die Postbox, die Kerzenbox, die USB-Box, die Nähbox und viele andere Kompanen. Ich muss tatsächlich über mich selbst schmunzeln, wenn ich auf jede Frage die mit "wo ist denn...?" beginnt mit "na in der ...-box" antworte. Ich schwöre, dahinter steckt kein bewusstes Vorhaben. Das Boxing hat sich einfach so in mein Leben geschlichen, wahrscheinlich weil ich unsortierte Schreibtischberge und Schubladen hasse. Ich habe auch schon bei einigen Freundinnen einen ähnlichen Drang attestieren können. Ich starte diesen Post daher mit der waghalsigen These, dass Boxing DAS Ding ist und komme im gleichen Zug mit einer einfachen Anleitung um die Ecke, um einem möglichen Boxnotstand vorzubeugen.

Solltet ihr also noch ein schönes Stück Papier zuhause haben und wusstet die ganze Zeit noch nicht, was ihr damit anfangen sollt oder sucht ihr womöglich schon nach Geschenkverpackungen oder Adventskalenderlösungen für nahenden Weihnachtszeit? Dann aufgepasst. Die Anleitung hat mir eine meiner aller liebsten Freundinnen in größter Grundschullehrerinnen-Geduld beigebracht und ich liebe sie.


Zunächst braucht ihr zwei gleich große Blätter Papier. Wollt ihr eine quadratische Box, wählt ein Quadrat Papier. Für rechteckige Boxen eben ein Rechteckiges. Dazu nehmt ihr noch eine Schere und Kleber zur Hand und ab geht die Post.


Das Papier zuerst ein mal in der Mitte falten und dann wieder aufklappen.


Die Falte in der Mitte dient euch nun als Orientierung. Ihr faltet nämlich im nächsten Schritt die gegenüberliegenden Seiten eures Blattes zur Mitte hin. Die Falz an jeder Seite gut mit dem Finger nachziehen und festdrücken, um dann das Blatt wieder zu öffnen. Das Blatt ist nun in vier gleich große Streifen eingeteilt.


Die ersten beiden Schritte wiederholt ihr nun nochmal mit dem um 90 Grad gedrehten Blatt. Also ein mal in der Mitte falten, wieder aufklappen und die Außenseiten zur Mitte hin falten und wieder aufklappen. Auf diese Weise  erhaltet ihr nun also ein Blatt Papier mit vier horizontalen und vier vertikalen Knicklinien, die zusammen wie ein Gitter aussehen.


Nun schneidet ihr vier Schlitze bis zur ersten Falz. Jeweils so, dass sie gegenüberliegen (das Bild erklärt es am Besten).


Vor euch lieht nun also ein reichlich gekicktes Blatt Papier mit vier Einschnitten.


Die inneren vier "Kästchen" werden den Boden der Papierbox bilden. Deshalb bepinselt ihr die drumherum liegenden Laschen, die durch die Einschnitte entstanden sind mit Kleber, um sie dann an die danebenliegenden Kästchen zu kleben. Auch hier ist das Bild sicherlich eindeutiger.


Am besten verstärkt ihr den Boden der Box nun noch mit einem Stück Pappe in der Größe.


Nun fehlt der Box noch ihr Gegenstück. Damit die beiden Teile auch ineinander passen, dürfen sie natürlich nicht die gleiche Größe haben. Deshalb schneidet ihr von dem zweiten Blatt Papier einfach nur einen dünnen Streifen ab. Auf diese Weise wird dieser Boxteil automatisch kleiner. Ansonsten wiederholt ihr nun einfach die Schritte und gelangt so zu eurem Gegenstück.


Für das Finetuning könnt ihr zum Beispiel den Deckel etwas kürzen, sodass man bei einer geschlossenen Box auch noch das Unterteil sieht. Bei rechteckigen Boxen werden zudem zwei Seiten überstehen. Auch diese könnt ihr einfach abschneiden. Den besonderen Schliff bekommen die Boxen meiner Meinung aber erst, wenn ihr sie mit einer Perle oder einer Schlaufe aus Papier oder Leder verseht. Ich habe zum Beispiel einfach einen Streifen Leder in der Mitte gefaltet, einen Schlitz in den Deckel geschnitten, das gefaltete Lederstück bis zur Hälfte durch den Schlitz gezogen und innen die beiden Lederenden umgeklappt. Das funktioniert auch mit einem Papierstreifen (siehe Bild). Alternativ könnt ihr euch auch mit einer schönen Perle, Angelsehne und einer Nadel bewaffnen und die Box auf diese Weise aufwerten. Zeitaufwand: 10 Minuten. Materialeinsatz: minimal. Wirkung: großartigst, oder?